Im folgenden Abschnitt finden Sie weitere Informationen über die Hintergründe der trinkfair-Initiative, über die Qualität des deutschen Leitungswassers, uvm.

Wasserqualität in Deutschland

Wie wird das Leitungswasser vor dem Coronavirus geschützt?

Unser Grundnahrungsmittel Nr. 1, das Leitungswasser, ist laut Umweltbundesamt durch das aufwändige Multibarrieren-Prinzipsehr gut gegen alle Viren, einschließlich Coronaviren, geschützt“. Dieses mehrstufige System zum Trinkwasserschutz besteht aus dem Ressourcenschutz, der Wassergewinnung, Wasseraufbereitung und Wasserverteilung unter Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik (Quelle: Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein). Sowohl die Versorgung mit Trinkwasser als auch die Entsorgung von Abwasser sind durch umfangreiche, frühzeitig getroffene Maßnahmen, sichergestellt (Quelle: Lebensraum Wasser).

Wie ist die Qualität des deutschen Leitungswassers?

Trinkwasser in Deutschland ist das am strengsten überwachte Lebensmittel. Die strengen Grenzwerte der deutschen Trinkwasserverordnung sind so bemessen, dass bei lebenslangem Genuss von Leitungswasser keine Gesundheitsgefährdung besteht. Sie werden – sofern dies durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse geboten ist – immer weiter verschärft, wodurch die Wasserqualität stetig steigt. Neu auftauchende Problemstoffe werden permanent in entsprechende Regelwerke aufgenommen und kontrolliert.

Untersuchungen z.B. des Umweltbundesamtes oder der Stiftung Warentest zeigen regelmäßig, dass deutsches Leitungswasser eine gute bis sehr gute Qualität hat und, je nach Region, sogar mehr Mineralien als das Wasser aus der Flasche enthält.

Nähere Informationen zur Wasserqualität des Karlsruher Trinkwassers können Sie der Website der Stadtwerke Karlsruhe bzw. dem Transparenzportal der Stadt Karlsruhe entnehmen und Informationen über die Qualität des Ettlinger Trinkwassers veröffentlichen die Stadtwerke Ettlingen in der jährlichen Trinkwasseranalyse auf ihrer Website.

Was gilt es bei Wasser aus dem Hahn zu beachten?

Verwenden Sie zum Trinken und Kochen nur kaltes Wasser und lassen Sie Wasser, das mehrere Stunden in der Leitung gestanden hat (sogenanntes Stagnationswasser) vorher ablaufen. Die „Finger-Probe“ können Sie einfach durchführen, in dem Sie einen Finger in den Wasserstrahl halten. Sobald das Wasser kühler wird, ist das Stagnationswasser durchgelaufen und Sie können frisches, gesundes Leitungswasser aus dem örtlichen Trinkwassernetz zapfen. [Quelle: Stadtwerke Karlsruhe] Das abgestandene Wasser können Sie z.B. fürs Pflanzengießen verwenden.

Lassen Sie bei verchromten Hähnen stets den ersten Schwall Wasser ablaufen. Dieses Wasser kann Nickel enthalten und deshalb für Personen, die empfindlich auf Nickel reagieren, unverträglich sein. [Quelle: Stadtwerke Karlsruhe]

Soll man Wasserfilter verwenden?

In der Regel besteht keine Notwendigkeit zur Verwendung eines Tischwasserfilters. Das Trinkwasser in Deutschland ist chemisch und mikrobiologisch hervorragend – deshalb ist eine Nachbehandlung nicht nötig. Die Stiftung Warentest kam bei einem Test von Tischfiltern im Jahr 2015 zu dem Ergebnis, dass aufgrund der Stagnation des Wassers in den Filtern keines der getesteten Produkte empfehlenswert ist [Quelle: Stiftung Warentest]. Falls Sie, z.B. zur Enthärtung von Tee- oder Kaffeewasser einen Tischwasserfilter verwenden, achten Sie bitte auf die Angaben des Herstellers, um nachteilige Veränderungen des Wassers zu vermeiden.

Wer ist für die Qualität meines Trinkwassers verantwortlich?

An jedem Trinkwasser-Zapfhahn müssen die strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung eingehalten werden. Bis zu Ihrem Hausanschluss ist Ihr lokaler Wasserversorger für die Qualität und Sicherheit des Leitungswassers zuständig. Die Verantwortung für Rohre und Leitungen innerhalb des Hauses liegt bei dem jeweiligen Hauseigentürmer [Quelle: Umweltbundesamt].

Warum sollte man überhaupt Wasser trinken?

Spätestens wenn man Durst verspürt, wird es Zeit etwas zu trinken – am besten Leitungswasser. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Erwachsene täglich 30-40 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht (≙ ca. 2-3 l pro Tag) zu sich nehmen. Das kann nicht nur durch das Trinken von Wasser erreicht werden, auch durch Obst oder Milchprodukte decken wir einen Teil ab. Und wer genug trinkt, hat weniger Beschwerden.

Woher kommen die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung?

Die Grenzwerte sind politisch festgeschriebene, rechtsverbindliche Werte. Diese hat sich die Politik jedoch nicht willkürlich ausgedacht. Die Grenzwerte werden toxikologisch abgeleitet oder sind technisch begründet. Die entsprechenden Verordnungen richten sich immer nach medizinischen Standards, werden mit Fortschritt der wissenschaftlichen Erkenntnis manchmal verschärft, manchmal gelockert und sind im internationalen Vergleich auf höchstem Niveau.

Woher kommt das Wasser aus dem Hahn ?

Wasser für die Trinkwassergewinnung kann aus Grundwasser, Oberflächenwasser (Seen, Talsperren oder Flüssen) und Quellen stammen, wobei die Einzugsbereiche der Wasserwerke in der Regel durch Wasserschutzgebiete vor schädlichen Einflüssen geschützt sind. Die genaue Herkunft und Zusammensetzung deines Trinkwassers kann man bei seinem lokalen Wasserversorger erfragen.

In Karlsruhe und Ettlingen kommt das Wasser zu 100% aus Grundwasser [Quelle: Stadtwerke Karlsruhe].

In Deutschland sieht die Herkunft des Leitungswassers im Schnitt so aus wie in der folgenden Graphik [Quelle: Umweltbundesamt].

Muss man sein Leitungswasser zu Hause abkochen?

Nein. Beim Camping ist das bestimmt sinnvoll, nicht aber in der heimischen Küche. Normalerweise ist es nicht nötig, Wasser abzukochen, da das Leitungswasser hygienisch einwandfrei ist. Sollten sich allerdings doch mal Keime eingeschlichen haben, macht der Wasserversorger sofort einen Aufruf zum Wasserabkochen.

Kann man sein Leitungswasser testen lassen?

Ja. Bis zum Hausanschluss wird die Qualität des Leitungswassers von den Wasserversorgern gesichert. Ab das ist jedoch der Hauseigentümer in der Verantwortung. Wer einen Verdacht hat, dass mit seinem Leitungswasser etwas nicht in Ordnung ist, der kann es gezielt auf einen Schadstoff oder umfassend testen lassen. Der schnellste Weg ist jedoch immer beim lokalen Wasserversorger oder dem Gesundheitsamt nachzufragen!

Und was ist mit…

… Kalk?

Hartes, kalkhaltiges Wasser stellt kein gesundheitliches Risiko dar. Im Gegenteil, es enthält viel gesundes Calcium und Magnesium, das gut für unsere Knochen und Zähne ist. Atherosklerose (die krankhafte Verhärtung von Blutgefäßen durch die Ablagerung von Plaque) bekommt man nicht von Leitungswasser, sondern von den bekannten Ursachen Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel [Quelle: Deutsche Herzstiftung].

… möglichen Schadstoffen (z.B. Pflanzenschutzmittel)?

Nach der Trinkwasserverordnung darf Trinkwasser weder Krankheitserreger noch andere Stoffe in Konzentrationen enthalten, die gesundheitsschädigend sein könnten. Diese allgemeinen Anforderungen werden in der Trinkwasserverordnung in Form von Grenzwerten und anderen Qualitätsanforderungen für 53 mikrobiologische, chemische und physikalische Parameter konkretisiert [Quelle: Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs e.V. (DVGW)]. Darüber hinaus wird das Trinkwasser von den Wasserversorgern noch auf zusätzliche Stoffe untersucht, wenn diese im Einzugsgebiet der Wasserwerke vorkommen können (z.B. Arzneimittelrückstände).

… Nitrat?

Für Nitrat gibt es in der Trinkwasserverordnung einen Grenzwert von 50mg/l. Sowohl im Karlsruher als auch im Ettlingen Trinkwasser liegt der Nitratgehalt mit unter 10 mg/l weit unter diesem Grenzwert [Quelle: Stadtwerke Karlsruhe].

In Regionen, in denen besonders viel Landwirtschaft betrieben wird und somit viel Nitrat in das Wasser gelangt, wird das Wasser aufbereitet oder es wird auf alternative Rohwasservorkommen zurückgegriffen, so dass das Trinkwasser die Grenzwerte einhält [Quelle: DVGW]

… Schwermetallen?

Um uns vor Schwermetallen im Wasser zu schützen, schreibt die deutsche Trinkwasserverordnung strenge Grenzwerte vor, die für alle Wasserwerke gelten. Sie sind teilweise doppelt so hoch, wie es die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt.

… Blei?

Bleirohre sind in Baden-Württemberg und Bayern schon seit über 100 Jahren verboten. Im Norden und Osten Deutschlands werden sie seit spätestens 1973 nicht mehr verbaut. In Einzelfällen können in Gebäuden, die vor 1973 erbaut wurden, daher noch Bleirohre vorkommen, dann ist jedoch der Vermieter verpflichtet, seine Mieter darüber zu informieren. Sollten Sie Zweifel an der Bleifreiheit Ihrer Leitungen haben, können Sie eine Blei-Analyse durchführen lassen [Quelle: Umweltbundesamt].

… Bakterien?

Bei der mikrobiologischen Untersuchung des Trinkwassers wird das Trinkwasser auf wenige so genannte Indikator-Mikroorganismen (z.B. E. coli) untersucht. Wenn keiner dieser Indikatoren nachgewiesen wird, kann man daraus schließen, dass es sich um ein hygienisch einwandfreies Trinkwasser handelt [Quelle: DVGW].

In Karlsruhe und Ettlingen ist bereits das Grundwasser, aus dem das Trinkwasser gewonnen wird, hygienisch einwandfrei, so dass eine Chlordesinfektion nicht notwendig ist [Quellen: Stadtwerke Karlsruhe, Stadtwerke Ettlingen].

… Medikamentenrückständen?

Heutzutage können – durch die stetige Verfeinerung der analytischen Messmethoden – bestimmte Substanzen in derart geringen Konzentrationen („Spurenstoffe“) erfasst werden, die der Menge eines Zuckerwürfels in einem See entsprechen.

Bei den in einigen Fällen nachgewiesenen Konzentrationen von Arzneimittelrückständen in Trinkwässern besteht laut Umweltbundesamt aufgrund der geringen Konzentrationen kein Anlass zu gesundheitlicher Besorgnis.

Würde fiktiv beispielsweise Acetylsalicylsäure (der Wirkstoff von Aspirin) gelöst im Trinkwasser in einer Konzentration von 100 ng/l (dies entspricht dem Vorsorgewert der Internationale Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke im Rheineinzugsgebiet) vorkommen und ein Konsument täglich von diesem Wasser zwei Liter trinken, müsste dieser ca. 7.000 Jahre alt werden, um die Dosis einer Aspirintablette (500 mg) aufzunehmen.

Nichtsdestotrotz gehören diese Stoffe nicht in den Wasserkreislauf, so dass auf allen Ebenen dafür gesorgt werden muss, dass die Einträge dieser Stoffe in die Umwelt vermieden bzw. so gering wie möglich gehalten werden [Quelle: Verbraucherzentrale].

… Mikroplastik?

Über das mögliche Vorkommen von Mikroplastik im Trinkwasser gibt es bislang nur wenige Studien. Die bisherigen Studien lassen jedoch darauf schließen, dass die Aufnahme von Mikroplastik über das Trinkwasser gegenüber anderen Aufnahmepfaden – wenn überhaupt – nur eine untergeordnete Rolle spielt [Quelle: WHO].

Insbesondere bei gut geschützten Grundwasservorkommen, wie sie die Stadtwerke Karlsruhe und die Stadtwerke Ettlingen für ihre Trinkwassergewinnung nutzen, ist ein Eintrag von Mikroplastik ins Trinkwasser praktisch ausgeschlossen.

… Rostwasser?

In manchen Hausinstallationen kann es vorkommen, dass braunes Wasser aus der Leitung fließt, wenn ein Zapfhahn längere Zeit nicht benutzt wurde. In der Regel verschwindet die Verfärbung, nachdem das Wasser kurze Zeit ablaufen gelassen wurde und stellt damit kein weiteres Problem dar [Quelle: Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart].

Wenn das Wasser auch noch nach längerem Ablaufen lassen braun verfärbt ist, ist der Inhaber der Hausinstallation verpflichtet, das Trinkwasser untersuchen zu lassen und gegebenenfalls entsprechende Gegenmaßnahmen zu veranlassen.

… Aluminium?

Der maximal erlaubte Grenzwert von Aluminium im Trinkwasser beträgt 0,2 mg/l, wie es in der EU-Trinkwasserrichtlinie festgelegt ist. Die Konzentration in natürlichen Grundgewässern beträgt jedoch nur 0,01 bis 0,1 mg/l. Der Grenzwert für Trinkwasser wurde vor allem aber auch aus ästhetisch-sensorischen Gründen festgelegt, da Aluminium das Wasser eintrübt [Quelle: European Aluminium Association].

… Fluorid?

In Deutschland wird dem Trinkwasser kein Fluorid zugesetzt. Als Spurenelement kommt es jedoch natürlicherweise im Wasser vor, wobei die Trinkwasserverordnung einen Grenzwert von 1,5 mg/Liter festlegt. Die Fluorid-Konzentration deines lokalen Trinkwassers kannst du bei deinem Wasserversorger erfragen.

Weitere Fragen

Ist Leitungswasser wirklich günstiger?

Ja. Mit nur 0,4 Cent pro Liter ist das Leitungswasser (inkl. Abwasserkosten) deutlich günstiger als jedes Flaschenwasser [Quelle: Stadtwerke Karlsruhe]. Man kann mit Leitungswasser Geld sparen und schont gleichzeitig die Umwelt, da es unverpackt und ohne Transportemissionen aus dem Hahn kommt.

Was passiert bei der Abwasserentsorgung?

Dass man dem Wasser nicht wiederbegegnet, das man runtergespült hat, dafür sorgt die Abwasserentsorgung. Das Abwasser fließt in die kommunalen Kläranlagen, wird dort gereinigt und durch die Einleitung in ein meist fließendes Gewässer wieder dem Wasserkreislauf zugeführt. Es wird jedoch nie direkt als Trinkwasser weiter genutzt [Quelle: DVGW].

Hat Wasser ein Gedächtnis und mag Musik?

Dass Wasser ein Gedächtnis hat oder gerne Beethoven hört, ist eine einzigartige, faszinierende Materie, die in ihre Komplexität noch längst nicht vollständig erfasst ist. Für die einen ist es pseudowissenschaftlicher Unfug, für die anderen eine vorstellbare Möglichkeit, die noch darauf wartet, von der Wissenschaft enträtselt zu werden [Quelle: Zeit Online].

Umwelt

Was hat die Umwelt davon, wenn wir Leitungswasser trinken?

Wie der trinkfair-Rechner zeigt, spart Leitungswasser im Vergleich zu Mineralwasser aus Einwegflaschen Ressourcen, CO2 und Geld. Das Trinkwasser in Karlsruhe wird dem Kunden klimaneutral bis zum Wasserhahn geliefert, in Ettlingen wird das bis Ende 2019 auch der Fall sein. Jede Flasche weniger spart so ca. 203 Gramm CO2 pro Liter [Quelle: GUTcert]. Darüber hinaus werden durch das Trinken von Leitungswasser große Mengen Plastikflaschenmüll vermieden. Alleine für die Stadt Karlsruhe sehen die Stadtwerke hier enorme Potenziale, wie sie in einem interessanten Rechenbeispiel darstellen.

Aber werden Plastikflaschen nicht recycelt?

Tatsächlich ist die Recyclingquote von Einweg-PET-Flaschen in Deutschland mit fast 97% sehr hoch . Dennoch wird das entstehende Granulat nur zum Bruchteil für neue Flaschen eingesetzt. Eine PET-Flasche kann lediglich nur zu 25% aus recyceltem Material hergestellt werden, der Rest besteht aus neuem Kunststoff. Es entstehen jährlich etwa 450.000 Tonnen Kunststoffabfälle, aus einem Viertel werden neue Flaschen, rund 45% werden zu weniger hochwertigem Material recycelt wie Fasern und Folien, 20% gelangen ins Ausland und die restlichen 10% werden verbrannt [Quelle: Quarks]. Durch dieses „Downcycling“ (= die Wertigkeit eines Materials nimmt hier mit der Weiterverarbeitung kontinuierlich ab) werden viele Ressourcen verbraucht und CO2-Emissionen verursacht. Das alles lässt sich vermeiden, in dem man Wasser „unverpackt“ direkt aus dem Hahn trinkt.

Bei Plastikflaschen, die in unserem gelben Sack landen (z.B. bei O-Saft Flaschen mit grünem Punkt), ist die Recycling-Quote deutlich geringer mit nur noch 12%. Der Rest wird exportiert oder verbrannt [Quelle: Süddeutsche Zeitung]

Müllvermeidung kommt in der Hierarchie der Abfallwirtschaft an erster Stelle, noch vor Recycling. Unverpackt ist daher besser. Leitungswasser liefert Wasser in bester Qualität am effizientesten und dazu in Karlsruhe und Ettlingen noch klimaneutral [Quelle: Stadtwerke Karlsruhe; Stadtwerke Ettlingen].

Sind Mehrwegflaschen nicht ebenso gut?

Die Problematik des Mehrwegsystems besteht in den oftmals langen Transportwegen, auf denen große Mengen CO2 emittiert wird. NACH Leitungswasser bilden daher regional gekaufte Mehrwegglasflaschen die beste Alternative, das „unverpackte“ Wasser ist jedoch für das Klima am besten und daher in der Klimabilanz unschlagbar [Quelle: CO2 online].

Zudem ist das Mehrwegsystem unübersichtlich und führt nicht selten zu Fehlannahmen. So glauben bspw. viele Verbraucher dass alle Flaschen, auf die sie Pfand erhalten, Teil des Mehrwegsystems sind. Der Mehrweganteil bei Mineralwasser liegt jedoch lediglich bei 38,7%8. PET-Einwegflaschen mit Pfand sind NICHT Teil des Mehrwegsystems und auch wenn 98% dieser Flaschen zurückgegeben werden, wird nur 1/3 des geschredderten Plastiks für neue Flaschen verwendet.

PET-Flaschen hingegen, die Teil des Mehrwegsystems sind, können bis zu 25 Mal, Glas-Mehrwegflaschen sogar bis zu 50 Mal wiederbefüllt werden. Doch auch hier ist Vorsicht gefragt, da Glasflaschen nur dann die eindeutig umweltfreundlichere Wahl darstellen, wenn die Transportwege kurz sind. Aufgrund des höheren Gewichts haben sie auf langen Transportwegen trotz ihrer hohen Wiederverwendbarkeit eine schlechtere Ökobilanz als die leichteren PET-Mehrwegflaschen.

Der trinkfair-Rechner

Wie funktioniert der trinkfair-Rechner?

Der trinkfair-Rechner ermöglicht eine schnelle Ermittlung des jährlichen ökologischen Fußabdrucks. Hierbei kann zwischen einem Rechner für Geschäftskunden und für private Haushalte gewählt werden.

Geschäftskunden geben Region/Stadt des Firmensitzes, Anzahl der Mitarbeiter und die im Unternehmen vorwiegend genutzte Flaschenart an. Sollte letztere im Rechner nicht aufgelistet sein, wählen Sie bitte die Größe/Füllmenge, die der tatsächlich genutzten Flasche am nächsten kommt. Werden im Unternehmen unterschiedliche Flaschen benutzt, wählen Sie bitte die am ehesten zutreffende Schnittmenge.

Ein Privat-Haushalt muss ebenfalls die Region/Stadt eingeben, die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen sowie die vorwiegend genutzte Flaschenart und -größe. Darüber hinaus ermöglicht die Angabe der berufstätigen Personen, und ob diese kostenlos Wasser bei ihrem Arbeitgeber erhalten eine möglichst genaue Ermittlung des privaten heimischen Wasserkonsums.

Nach erfolgreicher Eingabe aller Werte werden die Ergebnisse ermittelt. Hierbei werden die aktuellen Verbrauchszahlen denen gegenübergestellt, die durch eine Umstellung auf Leitungswasser erreicht werden können. Die Ergebnisse geben an:

  • wie viele Flaschen pro Jahr verbraucht werden
  • wieviel Gewicht für die pro Jahr genutzten Flaschen schwer geschleppt werden muss
  • welche Gesamtfläche alle pro Jahr verbrauchten Flaschen nebeneinandergelegt bedecken würden (zum Vergleich: die durchschnittliche Wohnfläche in Deutschland liegt bei 44,6 m2 [Quelle: Merkur])
  • wie viel Müll, ob Glas oder Plastik, durch den jährlichen Verbrauch erzeugt wird
  • welche Höhe alle pro Jahr verbrauchten Flaschen übereinandergestapelt ergeben würden (zum Vergleich: der Pariser Eiffelturm hat eine Gesamthöhe von 324m)
  • welche Kosten die pro Jahr gekauften Flaschen verursachen
  • wie hoch der durch die jährlich verbrauchten Flaschen verursachte CO2 -Ausstoß in kg ist
Warum ändert sich der CO2 Wert nicht in Abhängigkeit der gewählten Flaschenart?

Bislang sind die Daten noch nicht verfügbar, die notwendig wären, um eine präzise Berechnung der CO2-Emissionen in Abhängigkeit von der Art der Flasche zu ermöglichen, denn hierbei sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Bspw. sind Mehrweg-Glasflaschen meist die bessere Alternative, nicht jedoch, wenn sie einen langen Transportweg zurücklegen, bei dem sie durch ihr höheres Gewicht mehr CO2 verursachen als die leichteren Plastikflaschen. Den genauen Werte entnehmen Sie bitte dem Kapitel „Auf welche Daten und Annahmen stützen sich die Berechnungen des trinkfair-Rechners?“

Auf welche Daten und Annahmen stützen sich die Berechnungen des trinkfair-Rechners?

Die Berechnung stützt sich auf die im Rechner getätigten Eingaben.

Bei der Erstellung des trinkfair-Rechners wurden folgende Annahmen getroffen:

WasWert Erläuterung
Wasserkonsum/Tag 2l Die Mindestmenge an Wasser liegt bei 1,5l, allerdings werden 2,5l Tag empfohlen [Quelle: Kölnische Rundschau].
Schlafdauer/Tag 8h Für die Betrachtung, auf wieviel Stunden sich das getrunkene Wasser verteilt [Quelle: Schlaf.de].
Arbeitszeit/Tag 8h Durchschnittliche Arbeitszeit, welche vor allem bei der Betrachtung eine Privat-Haushalts relevant ist [Quelle: Statista].
Arbeitstage / Jahr 226d Ein ganzes Jahr hat 365 Tage, hiervon wurden abgezogen: 20 Tage Krankheit, 104 Samstage & Sonntage, 25 Tage Urlaub und 10 Feiertage
CO2-Emission für Mineralwasser aus der Flasche 203g CO2/l
[Quelle: GUTcert]
Laut anderen Quellen liegt der Wert zwischen 60 und 425g CO2/l [Quelle: Zeit Online].
CO2-Emission für Leitungswasser (außer Karlsruhe & Ettlingen) 0,35g CO2/l
[Quelle: GUTcet]
 
CO2-Emission für Leitungswasser in Karlsruhe & Ettlingen 0g CO2/l
[Quelle: Stadtwerke Karlsruhe; Stadtwerke Ettlingen]
 

Zur Ermittlung von Fläche, Höhe und Kosten von Mineralwasserflaschen werden folgende Werte verwendet:

Flasche VolumenKosten Höhe d. Fl. Breite d. Fl. Gewicht Müll Einweg Müll Mehrweg
Glas 0,7 – 0,75 0,7 l 1,1 € 29 cm7,9 cm600 gGewichtGewicht*1/50
Glas 0,5 0,5l 0,75 € 25,8 cm 6,71 365 gGewichtGewicht*1/50
Glas 0,25 0,25 l0,65 € 22 cm 5,7 cm265 gGewichtGewicht*1/50
PET-Einweg 1,5 1,5 l0,6€ 33 cm 8,4 cm40 g GewichtGewicht*1/25
PET-Einweg 1 1,0 l 0,5 €26 cm 8 cm 38 g GewichtGewicht*1/25
PET-Einweg 0,25- 0,5 0,5 l 0,5 €21 cm 6,6 cm25 g GewichtGewicht*1/25

Zur Berechnung des Gewichts wird ein Liter Wasser mit 1kg berücksichtigt

Die Kosten für Leitungswasser (Frischwasser inkl. Abwasser) werden mit 4€ für 1000 Liter angenommen.

Die Berechnung des durch Mineralwasserflaschen produzierten Mülls basiert auf der Annahme, dass PET-Einwegflaschen zu 100% als Müll enden, dass eine Glasflasche 50 Mal wieder befüllt werden kann (Gewicht * 1/50) und eine PET-Mehrwegflasche 25 Mal (Gewicht * 1/25).

Wie kann ich noch mehr Ressourcen schonen

Indem Sie sparsam mit dem Wasser aus dem Hahn umgehen, nur dann warmes Wasser zapfen, wenn Sie es tatsächlich brauchen und undichte Hähne abdichten, erhöhen Sie Ihren Beitrag zum Klimaschutz noch weiter [Quelle: Umweltbundesamt].

Die trinkfair-Kampagne

Wer steht hinter der trinkfair-Kampagne?

Die trinkfair-Kampagne ist eine Kooperation der gemeinnützigen Unternehmerinitiative Fairantwortung , den Stadtwerken Karlsruhe und den Stadtwerken Ettlingen .

Welches Ziel verfolgt die trinkfair-Kampagne?

Erklärtes Ziel der trinkfair-Kampagne ist es, Unternehmen und Privatpersonen auf die hervorragende Qualität deutschen Leitungswassers hinzuweisen und sie zum Umstieg auf Wasser aus dem Hahn zu bewegen.

Was passiert mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Produkte?

Als gemeinnützige Initiative hat die Fairantwortung gAG nicht die Absicht, durch den Verkauf der trinkfair soulbottle an Privatpersonen bzw. des trinkfair Starter-Sets an Unternehmen, Profite zu generieren. Ziel ist es, kostendeckend zu arbeiten, sodass das Projekt sich trägt und möglichst viele Menschen zum Umstieg bewegt werden können. Sollten darüber hinaus Einnahmeüberschüsse entstehen, werden diese nutzenbringend in eine Ausweitung der trinkfair-Kampagne investiert

Produkte

Wo kann ich die trinkfair soulbottle kaufen?

Für Unternehmen bieten wir die Flaschen im Rahmen des individualisierbaren trinkfair-Marketingsets an, mit dem Sie Ihre Mitarbeiter über die Vorteile von Leitungswasser aufklären und nach außen hin Ihr Engagement im Klimaschutz erkennbar machen können. Privatpersonen können uns eine Anfrage per Mail senden, wenn sie eine der soulbottles erwerben möchten.

Wie wird die trinkfair soulbottle produziert?

Die trinkfair soulbottle wird vom Berliner Unternehmen soulbottles produziert. Im Produktionsprozess wird besonders auf Nachhaltigkeit geachtet, darum erfolgt die Herstellung der 100% plastikfreien Flasche in Deutschland sowie CO2 neutral.

Weitere Informationen zur Produktion der Flaschen finden sich auf der Website von soulbottles.

Weitere Fragen?

Haben Sie noch weitere Fragen?

Sehr ausführlich informiert das Umweltbundesamt in einem Heft über Leitungswasser in Deutschland.

Sollten Sie darüber hinaus noch andere Fragen haben, schreiben Sie uns gerne. Wir stehen in engem Austausch mit den Stadtwerken Karlsruhe und leiten Ihre Fragen gerne an deren Experten weiter.

Zum Kontaktformular

Adressierte Sustainable Development Goals (SDGs)

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (in Deutschland auch als Agenda 2030 bekannt) sind ein Meilenstein der internationalen Zusammenarbeit, auf den sich die Staatengemeinschaft 2015 in Paris geeinigt hat. Sie sollen überall auf der Welt menschenwürdiges Leben ermöglichen und bewahren. Die Ziele vereinen ökonomische, ökologische und soziale Aspekte und bauen auf die Gemeinschaft aller: Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen sind gleichermaßen aufgefordert, ihr Handeln an den 17 Zielen ausrichten, denn für eine lebenswerte Zukunft müssen wir ALLE an einem Strang ziehen!

Die trinkfair-Kampagne adressiert gleich 5 der 17 Ziele:

6 – Sauberes Wasser und Sanitärversorgung

Ziel Nr. 6 ist es, Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle zu gewährleisten. In Deutschland genießen wir den großen Luxus, dass uns bestens geprüftes, hochwertiges Trinkwasser rund um die Uhr zur Verfügung steht. Wir müssen lediglich den Wasserhahn aufdrehen und schon kommt es heraus. Jeder siebte Mensch kennt diesen Luxus nicht und darum wollen wir mit unserer Kampagne auf die hohe Qualität unseres Leitungswassers aufmerksam machen und dafür sensibilisieren, dass es ein Privileg ist, das wir mehr wertschätzen sollten.

12 – Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Art und Weise, wie zahlreiche unserer Alltagsprodukte derzeit produziert und konsumiert werden, verantwortungsvoller und nachhaltiger zu gestalten. Ein ganz einfacher Weg ist das Trinken von Leitungswasser, denn es kommt unverpackt aus dem Hahn zu jedem direkt nach Hause. Dadurch vermeidet man mit jedem Schluck große Mengen an (Plastik)Müll und Treibhausgas-Emissionen, die für Herstellung und Transport von Flaschenwasser anfallen. Unverpackt ist eben einfach besser!as wir mehr wertschätzen sollten.

13 – Maßnahmen zum Klimaschutz

Der Klimawandel ist real und er stellt uns schon heute vor nie dagewesene Probleme. Die UN fordert daher umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen. Weniger fliegen, mehr pflanzliche statt tierischer Lebensmittel konsumieren, mit Fahrrad statt Auto fahren sind nur ein paar von vielen Möglichkeiten, wie wir unseren Alltag klimafreundlicher gestalten können. Eine der leichtesten und unkompliziertesten Möglichkeiten ist es, den Wasserhahn aufzudrehen und unser hochwertiges Leitungswasser, anstatt abgefülltem Mineralwasser zu trinken. Das spart (Plastik)Müll, Ressourcen, CO2 und noch dazu auch eine ganze Menge Geld!

14 – Leben unter Wasser

Ziel 14 ist es, Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Eines der größten Probleme für die Erhaltung der Meere und ihrer Lebewesen ist Plastikmüll. Jährlich landen 10 Millionen Tonnen neuen Plastiks in den Ozeanen und wenn wir unser Verhalten nicht ändern, wird 2050 mehr Plastik in ihnen schwimmen als Fische. Wir sollten also jede Möglichkeit nutzen, im Alltag auf Plastik zu verzichten. Ganz leicht geht das durch den Umstieg auf Leitungswasser, das unverpackt aus der Leitung direkt zu uns nach Hause kommt.

17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Um die Ziele zu erreichen, müssen wir alle an einem Strang ziehen. So ist die trinkfair-Kampagne ein Projekt, das wir gemeinsam mit unseren Partnern, den Stadtwerken Karlsruhe und den Stadtwerken Ettlingen, ins Leben gerufen haben. Inzwischen haben wir viele Unternehmen für die Kampagne gewinnen können, die mit ihren Mitarbeitern auf Wasser aus dem Hahn umgestiegen sind und durch die Zusammenarbeit mit weiteren Stadtwerken und Wasserversorgern wächst die trinkfair-Kampagne weiter und kann auch überregional zu nachhaltigerem Verhalten inspirieren.